Geschäftsführung, Politiker und Betriebsräte mit Corona-Abstand (von links) · Dr. Marc Mateika, Geschäftsführer Fa. MeierGuss · Andreas Rehmer, Geschäftsführer Fa. MeierGuss · Achim Post, MdB · Ernst-Wilhelm Rahe, MdL · Ulf Kramer, Betriebsratsvorsitzender Heinrich Meier Eisengießerei GmbH & Co. KG · Udo Högemeier, Bürgermeisterkandidat SPD Rahden · Michael Meier, Betriebsrat MeierGuss Sales & Logistics GmbH & Co. KG

Klimaschutz in der Gießerei

MeierGuss beklagt unterschiedliche CO2-Abgaben an den Standorten!

Die Firma MeierGuss ist einer der größten Schrottverwerter von metallischen Abfällen aus dem gelben Sack in Deutschland.

„Wir machen aus Konservendosen Gullydeckel“, erläutert Dr. Marc Mateika von der Geschäftsführung der Eisengießerei Heinrich Meier den Wertstoffkreislauf, in dem das Rahdener Traditionsunternehmen sich als feste Größe sieht.

Doch beim Besuch der heimischen SPD-Politiker Achim Post, Ernst-Wilhelm Rahe und Udo Högemeier geht es nicht um die tonnenschweren Produkte der Firma, sondern um den Klimaschutz und die Folgen für das Unternehmen.

Geschäftsführer Dr. Mateika: „Die Reduktion der CO2-Emissionen hat einen hohen Stellenwert für unsere unternehmerischen Planungen. So investieren wir aktuell in die Optimierung der Verbrennungsprozesse und streben damit eine Reduktion des Kohlendioxidausstoßes um 20 % in den nächsten drei Jahren an. Weitere Schritte wie der Einsatz von Biokoks und CO2-Filtersystemen sind aber noch abhängig von Forschung und Verfügbarkeit dieser Lösungen. Daher ist das Ziel einer CO2-neutralen Gießerei noch weit in der Ferne.“

An der aktuellen Gesetzgebung kritisiert Dr. Mateika die unterschiedlichen Abgabenberechnungen für die CO2-Abgaben: „Während unsere Hauptwettbewerber in China und Indien überhaupt keine Umweltabgaben zahlen, werden auch in Europa noch verschiedene Berechnungen durchgeführt.“ Denn neben Schrott benötigt die Gießerei auch Koks zum Aufkohlen für den Guss. „Nach europäischem Recht, wie er für den Standort Rahden gilt, wird dieser Koksanteil bei der CO2-Abgabe herausgerechnet. Für den kleineren Standort Limburg der Meier-Gruppe hingegen wird dieser Anteil als Verbrennung besteuert.“

Als Folge dieser unterschiedlichen Abgabenberechnungen werden an dem kleineren Standort Limburg nach deutschem Recht über 500.000 Euro CO2-Abgabe pro Jahr fällig, am deutlich größeren Standort Rahden nach europäischer Rechtsgrundlage hingegen 250.000 Euro.

„Das ist offensichtlich eine Wettbewerbsverzerrung, die konkret Unternehmensstandorte und Arbeitsplätze bedroht. Die Auswirkungen auf die Nischenindustrie Gießereiprodukte bedürfen einer Korrektur. Da müssen wir als Abgeordnete gemeinsam mit dem Berufsverband und der Gewerkschaft auf die Bundesregierung und die Landesregierungen in NRW und Hessen zugehen und eine Korrektur anstreben“, ziehen Achim Post, Ernst-Wilhelm Rahe und Udo Högemeier als Ergebnis aus dem Unternehmensbesuch.